Weltweiter Kaffeehandel

Der Großteil der weltweiten Kaffeemenge wird über die Börse gehandelt (New York: Arabica, London: Canephora).

Unserer Auffassung nach handelt man nicht mit Lebensmitteln. Damit wäre also dieser Teil beendet und es bleibt noch genug Zeit, um sich sinnvolle Gedanken über die verbliebenen Kaffeemengen zu machen.

Hierfür sind im Laufe der Zeit einige internationale Ideen entstanden wie bspw. Zertifikate, Kooperativen und schlussendlich die seltenste, aber auch nachhaltigste Form: der direkte Handel.

Du darfst dir gerne selbst ein Bild über die unzähligen Siegel, die unser aktuelles Konsumverhalten und den Einkauf bestimmen, machen, jedoch solltest du darauf achten, dass wenn, dann alle Zertifikate auf einer Verpackung zu finden sein müssen. Einzig die möglicherweise faire Bezahlung eines Kaffeebauern reicht noch lange nicht aus, wenn die Plantage schlecht behandelt wird. Gleiches gilt auch umgekehrt. In der Realität werden wir feststellen, dass dies selten der Fall ist. Auch wenn mal ein Produkt alles erfüllen würde, so sagt das einzig und allein aus, dass ein weit entfernter Unternehmer (Kaffeebauer) sich dafür entschieden hat seine Plantage nach bestimmten Richtlinien einer europäischen oder westlichen Organisation zu führen und dafür wenige Cent pro Pfund mehr zu erhalten. Auch das erscheint uns nicht die richtige Lösung für eine lange Kaffeezukunft im Einklang mit Mensch und Natur.

Trotz aller Versprechen und Zertifikate empfinden wir immer noch den Handel und die Interaktion von Mensch zu Mensch am besten. Nur wenn wir als Konsument die Möglichkeit haben dem Barista Feedback zu geben, dieser es dem Kaffeeröster weiterleitet und so auch eine Rückmeldung auf der Farm landet, nur dann können wir nachhaltige Effekte erzielen. Ausschließlich der direkte Kontakt zwischen Kaffeeröster und Kaffeebauer, ermöglicht Einfluss auf die nächste Ernte, die nächste Pflanzengeneration oder auch Struktur der Farm zu nehmen und eine langfristige Perspektive zu schaffen, sowie in neues Material, Ausbildung und Geräte zu investieren.

Kooperativen versuchen dies im größeren Stil, mit einigen tausend Farmern. Dagegen ist nichts auszusetzen, nur verlieren wir hier den Überblick. Wir wissen wie viele Jahre oder gar Jahrzehnte eine Umstellung benötigt und so fokussieren wir uns persönlich auf unsere Farmer und ihre Plantagen. Vor ca. vier Jahren ist Andres Quintanilla aus El Salvador dazu gestoßen und damit sind es insgesamt fünf Kaffeebauer. Mit der Zeit wird sicherlich noch der eine oder andere, der das nötige Mindset und den Mut hat, der Industrie einen bestimmten Finger zu zeigen, damit auch erstmals ein Risiko eingeht und komplett seine Welt verändert, hinzukommen. Wie man sehen kann sind alle unsere Kaffeebauer noch mit an Bord und das ohne Verträge, ohne Richtlinien, sondern einzig und allein durch eine klare Perspektive, finanzielle Sicherheit, ehrliche Zusammenarbeit und dem Handschlag von Mensch zu Mensch. Gemeinsam verbessern wir die Qualität Jahr für Jahr, was am Ende euch, unseren Gästen und Kunden, geschmacklich zu Gute kommt.

Besonders in den letzten Jahren sind durch signifikante Studien von renommierten Universitäten große Zweifel an internationalen Zertifikaten aufgekommen und eine neue Wahrnehmung macht sich breit. Ein höherer Preis bedeutet noch lange keine bessere Qualität. Kann der Verantwortliche jedoch sämtliche Fragen beantworten, erklären warum diese Tasse Kaffee süßer schmeckt als eine gewöhnliche, woher die Steinobst-Note kommt oder letztendlich wie eigentlich der Mensch heißt, der diesen Kaffee in Mexiko produziert, nur dann können wir davon ausgehen, dass wirklich gute Arbeit hinter dem Produkt steckt und die mögliche Transparenz auch auf eine Nachhaltigkeit deutet, die Abseits von bezahlten Gütesiegeln, relevant für eine gute Zukunft des Kaffeemarktes ist.