Rohkaffee

Je mehr wir über einen Rohkaffee wissen, umso besser und präziser können wir an diesem arbeiten. Hierfür ist es wichtig zu verstehen wie viele kleine Details vom Anbau über die Pflückung, Verarbeitung, Lagerung und Transport entscheidend für das Endresultat sind.

Während Kaffeerösten kein offizieller Beruf ist und somit auch keine Anforderungen hat, so unterscheiden sich die einzelnen Fähigkeiten der über 1000 Kaffeeröstereien in Deutschland immens!

Unserer Meinung nach beginnt Kaffeerösten schon beim Einkauf. Viele gute Kollegen versuchen Jahr für Jahr die besten Ernten für sich zu ergattern. So wie wir, sind sie erstaunt darüber wie wenig verbreitet dieses Mindset ist, da man weiterhin in den meisten Kaffeeröstereien leider nur mittelmäßige Qualität erhält.

Wir können nicht nachvollziehen, wie man einen Rohkaffee erwerben kann, der als Herkunftsangabe einzig das Land Brasilien hat. Allein schon eins der Anbaugebiete Brasiliens, Minas Gerais, ist doppelt so groß wie Deutschland, deshalb hat das nichts mit Transparenz oder dem Wissen über sein rohes Produkt zu tun.

Beim Wein würde das bedeuten, man bietet einen deutsch-italienischen Cuvée aus Rebsorten, die man nur vermuten kann, ohne bestimmte Lage oder Region, ohne Namen, Handschrift des Winzers oder irgendetwas was den Begriff „Charakter“ verdienen würde, an.

Das kann bzw. darf nicht die Messlatte einer Kaffeerösterei sein.

Wenn also saubere, sortenreine, korrekt transportierte, richtig gereifte Rohkaffees aus bestimmten Lagen und von uns bekannten Kaffeebauern den Weg in unsere Rösterei finden, dann geht es darum, das Wissen über diese richtig anzuwenden und eine harmonische Aromatik und Geschmack in einem Röstprofil zu erstellen. Hierfür hat unser Kaffeeröster mittlerweile sieben Jahre auf dem Buckel und behauptet immer noch höchstens ein Drittel über die Kaffeewelt zu wissen. Dabei ist er einer von knapp 300 ausgebildeten Coffeologen weltweit und hat eine Anzahl von über 60 verschiedenen Varietäten in seiner sensorischen Laufbahn verkostet. Darunter auch verschiedene angesagte Kaffees der letzten Jahre wie Gesha, Laurina oder Liberica, die dann auch gerne mal über 100€ das Kilo kosten.

Auch hier ist Rarität meist nur ein Marketingbegriff. Seiner Ansicht nach schlägt jeder hervorragend gemachte Lagen-Kaffee eine romantische Geschichte von Katzenausgeschiedenem oder blauen Kaffees aus Jamaica um Längen!